Abschlussbericht nach Missbrauchsskandal im Ev. Kirchenkreis Siegen

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Abschlussbericht nach Missbrauchsskandal im Ev. Kirchenkreis Siegen

Der Ev. Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein stellt am Dienstag (06.05.) einen Abschlussbericht zu einem Verdachtsfall sexualisierter Gewalt in Siegen vor. Im Zuge des Skandals trat die ehemalige Siegener Superintendentin Annette Kurschus als EKD-Ratsvorsitzende und westfälische Präses zurück.

© Radio Siegen (Symbolbild)

Ein Verdacht auf sexualisierte Gewalt gegen einen evangelischen Kirchenmitarbeiter in Siegen schlug im Herbst 2023 hohe Wellen. Die ehemalige Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Siegen - Annette Kurschus - gab daraufhin ihre Spitzenämter in der Ev. Kirche von Westfalen (EKvW) und der Ev. Kirche in Deutschland (EKD) ab. Nun gibt es einen Abschlussbericht. Er wird am Dienstag (06.05.) vorgestellt.

Ergebnisse der Untersuchung

Die westfälische Kirche beauftragte die unabhängige Unternehmensberatungsfirma Deloitte mit der Aufklärung des Sachverhalts. Die Staatsanwaltschaft Siegen stellte das Verfahren gegen den Kirchenmitarbeiter bereits vor einem Jahr ein. Es wurde festgestellt, dass dem Mitarbeiter strafrechtlich kein sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen vorzuwerfen sei. In den geprüften Verdachtsfällen war entweder kein Straftatbestand erkennbar oder die Fälle waren verjährt. Die kircheninterne Aufarbeitung ging unabhängig davon aber weiter.

Was wusste Kurschus?

Die Vorwürfe gegen den Mann wurden im November 2023 durch einen Bericht der «Siegener Zeitung» öffentlich. Mehrere Männer erhoben den Vorwurf, Kurschus sei damals in den 1990er-Jahren über die Missbrauchsvorwürfe informiert gewesen. Die Theologin begründete ihren Rückzug mit einem öffentlichen Vertrauensverlust, wies die Vorwürfe jedoch zurück.