Wie sicher sind Bankschließfächer in Siegen-Wittgenstein?
Veröffentlicht: Freitag, 09.01.2026 05:30
Wie sicher sind Bankschließfächer? Nach dem Einbruch in Gelsenkirchen Ende Dezember fragen sich das viele. Radio Siegen hat bei Banken und Experten im Siegerland nachgefragt.
Nach dem spektakulären Einbruch bei einer Sparkasse in Gelsenkirchen Ende Dezember fragen sich viele: Wie sicher sind Bankschließfächer in Deutschland? Radio Siegen hat bei der Sparkasse Siegen, der Volksbank in Südwestfalen und der Verbraucherzentrale nachgefragt.
Sicherheit bei der Sparkasse Siegen
Die Sparkasse Siegen, größte Bank im Kreis Siegen-Wittgenstein, vermietet aktuell knapp 5.000 Schließfächer. Diese befinden sich in einem Tresorraum, der im Eingangsbereich mit Kameras überwacht wird und durch eine vier Tonnen schwere Stahltür gesichert ist. Der Zugang ist nur mit einer elektronischen Zugangskarte möglich. Vorstandsmitglied Tilmann Reusch betont im Interview: „Bei uns hätte das nicht passieren können!“ Die Sicherheitsvorkehrungen würden regelmäßig überprüft und angepasst. Allerdings gab es 2014 mal einen Vorfall, bei dem Briefschließfächer aufgebrochen wurden. Dabei handelt es sich nicht um Tresorschließfächer. Die Briefschließfächer waren öffentlich erreichbar und es duften auch nur Sparbücher hier gelagert werden. Diese Art der Schließfächer gibt es aber nicht mehr bei der Sparkasse Siegen.
Falls doch ein Schaden eintritt, sind die Inhalte der Schließfächer laut Reusch bis zu einer Summe von 20.000 Euro versichert. Wichtig: Um Ansprüche geltend zu machen, müssen die Inhalte des Schließfachs nachgewiesen werden, etwa durch Fotos.
Was genau in eurem Schließfach lagert, das weiß die Sparkasse Siegen nicht, sagt uns Reusch. Er macht aber darauf aufmerksam, dass nur Wertpapiere, Urkunden, Edelmetalle, Schmuck oder Sachen ähnlicher Art hier gelagert werden dürfen. Gefährliche Gegenstände - etwa Sprengstoff - sind verboten.
Ein kleines Schließfach bekommt ihr bei der Sparkasse Siegen für 70 Euro im Jahr. Größere kosten bis zu 140 Euro.
Tipps der Verbraucherzentrale
Die Volksbank in Südwestfalen vermietet aktuell fast 4.700 Schließfächer. Hier wird die Versicherung individuell geregelt. In manchen Fällen kann ein Bankschließfach sogar über die Hausratversicherung abgedeckt sein. Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale empfiehlt im Gespräch mit Radio Siegen, Beweisfotos vom Inhalt des Schließfachs zu machen und diese sicher an einem anderen Ort zu verwahren – beispielsweise in einem Safe zu Hause. Sie sagt, die Banken versichern Schließfächer bis zu einer bestimmten Summe. Wer mehr versichern will, muss die Versicherung erhöhen, eine extra Versicherung abschließen oder schauen, ob nicht auch die Hausratversicherung ein Schließfach mitversichert.
Fazit: Sind Bankschließfächer sicher?
Sowohl die Sparkasse Siegen als auch die Volksbank in Südwestfalen betonen, dass Bankschließfächer nach wie vor sicher sind. Moderne Sicherheitsvorkehrungen wie massive Stahltüren, elektronische Zugangssysteme und Videoüberwachung sorgen für Schutz. Dennoch ist es ratsam, den Inhalt des Schließfachs zu dokumentieren und die Beweise getrennt aufzubewahren.